Jeder Mensch macht in jedem Augenblick seines Lebens das Beste,
was er für sein Leben tun kann.

                                                                         Marshall B. Rosenberg
 
psychisch/körperliche Gewalt:


Beispiel 1:
Erich W., 75 a. leidet an mittelgradiger Demenz. Er war früher Lagerverwalter und lebt mit seiner Frau im 1.Stock einer Wohnung in
der Stadt. Er ist sehr ordnungsliebend und ordnet und verräumt alles, was ihm im Haushalt unter die Finger kommt.

Frau W. will das verhindern, sperrt, was möglich ist, vor ihm weg und wirft ihren Mann, der sie im Haushalt in ihrer gewohnten Ruhe stört,
immer wieder aus der Küche hinaus, weil er dort alles durcheinanderbringt. Um sicher zu gehen, dass er sie nicht stören kann, schließt sie
ihn im Wohnzimmer ein. Herr W. reagiert darauf zunehmend wütender und unruhiger und droht gelegentlich seiner Frau mit der Faust.

Ihre lautstarken Auseinandersetzungen hört man im gesamten Wohnblock. Als wieder einmal der Streit eskaliert, beginnt Herr W. Haushaltsgegenstände aus dem Fenster zu werfen und ohrfeigt seine Frau.



Beispiel 2:
Frau A. (79 J.) und Herr J. (82 J.) Z. leben gemeinsam mit ihrem erwachsenen Sohn in einem Haushalt. Die anderen 2 Geschwister haben
sich wegen des Trinkverhaltens des Vaters von der Familie zurückgezogen.

Als gegen den Sohn ein Betretungsverbot ausgesprochen wird, kontaktiert die Mitarbeiterin der Interventionsstelle die Familie. Sie findet
einen Mann vor, der bei der Körperpflege, beim Ankleiden und Herumgehen auf die Hilfe seiner Frau angewiesen ist und sehr bestimmt sagt,
dass er keine fremde Hilfe haben will und in seiner Familie alles in Ordnung sei. Die Ehefrau wirkt sehr eingeschüchtert, sie kann jedoch
mit der Sozialarbeiterin nicht ungestört sprechen, da der Mann bei den Gesprächen immer dabei ist.  Die Sozialarbeiterin übergibt der Frau
ein Handy, damit sie zumindest alleine telefonieren kann. Nach einiger Zeit wird der Kontakt durch den Mann mit der Begründung abgebrochen, dass  keine weitere Unterstützung gewünscht wird.


| ProSenectute Beratungstelefon | www.gewaltfreies-alter.at 0699 / 112 000 99 | Impressum |  www.prosenectute.at |